PDF Erstelllen bzw. Drucken in der Praxis

admin | Donnerstag, 29. Juli 2010 - 16:13

Da sich das pdf-Format seit einiger Zeit als Standard für die Datenübertragung eingebürgert hat, werden immer wieder Versuche unternommen diese Übertragung zu vereinheitlichen. Durch die unterschiedlichen zur Verfügung stehenden pdf-Normen kann dabei ein problemloser Datenaustausch zwischen allen Teilnehmern erreicht werden.

Im Folgenden behandeln wir nicht alle technischen Details dieser Normen, sondern greifen nur ihre für die Praxis relevanten Aspekte auf.

Das Ziel dieses Artikels ist es dem Leser einen allgemeinen Überblick über die pdf-Normen zu verschaffen. Alle ausführlicheren Details, wie z.B. Strategien zum Erstellen und Überprüfen einer pdf-Datei, werden wir später in entsprechenden Artikeln beleuchten.

Die pdf/X Normen im Überblick

Pdf/X-2 und pdf/X-5

Dies sind die Normen, die für die praktische Verwendung die geringste Bedeutung haben. Keine von beiden setzt voraus, dass sämtliche Objekte (z.B. Bilder) in die pdf-Datei eingefügt werden müssen. Obwohl diese Bedingung bei automatisierten Workflows als sinnvoll sein kann, erweist sie sich im Allgemeinen als absolut unverwendbar. Außerdem sind Probleme mit manchen Schriften möglich. Es gibt kaum Fälle, in denen eine erfolgreiche Implementierung eines Workflows auf Basis dieser Normen stattgefunden hat.

Pdf/X-1a, 3 und 4

Die Versionen 1a, 3 und 4 erwiesen sich als am erfolgreichsten für die Übertragung von pdf-Dateien.

In allen drei Versionen sind folgende Bedingungen erforderlich:

  • Alle Fonts müssen komplett eingebettet oder in Pfade umgewandelt werden
  • Alle Objekte müssen das pdf-Format haben.

Pdf/X-1a

Die wichtigsten Charakteristika sind:

  • Ausschließlich CNYK und Schmuckfarben werden gestattet
  • Keine Transparenzen möglich

Das pdf/X-1a-Format ist ziemlich beschränkt einsetzbar und ist vor allem bei großformatigen Digitaldrucks, wie z. B.  dem Solventdruck für die Datenübertragung geeignet.

Empfehlenswert ist es Transparenzen zu reduzieren, weil viele RIPs erhebliche Probleme mit ihnen im Großformatdruck haben. In pdf/X1a sind sie beispielsweise überhaupt nicht erlaubt. Im besten Fall sollten die Transparenzreduzierungen schon bei der Datenerstellung stattfinden, damit sie visuell kontrolliert werden können. Dadurch wird die Auftragsabwicklung wesentlich schneller.

Pdf/X-3

Die wichtigsten Charakteristika sind:

  • Graustufen, RGB,CMYK, Schmuckfarben, ICC-basierende Farben sind zugelassen
  • Keine Transparenzen möglich

Im pdf/X-3-Format sind sog. medienneutrale Workflows möglich, d.h. die Bedingungen, unter welchen die Datei gedruckt wird, sind beim Erstellen nicht relevant. Daher ist jeder Ausgabefarbraum möglich. Ob diese Eigenschaft so wichtig für die praktische Verwendung ist, kann in Frage gestellt werden, weil in der Regel die Ausgabeart vorher bestimmt wird.

Dieses Format ist jedoch gut verwendbar für Daten, die von Druckdienstleistern unter unterschiedlichen Ausgabebedingungen eingesetzt werden.

Leider kann das pdf/X-3 Format Druckdaten nicht immer tadellos übertragen, wie schon öfters berichtet worden ist. Absolute Sicherheit kann leider nicht immer garantiert werden. Diese Frage wird jedoch in einem weiteren Artikel ausführlicher behandelt.

Pdf/X-4

Die wichtigsten Charakteristika sind:

  • Graustufen, RGB, CMYK, Schmuckfarben und ICC-basierende Farben sind zugelassen
  • Transparenzen möglich

X-4 ist das neueste Produkt von pdf/XFormaten. Die wichtigste Differenz zu den anderen Normen ist die Möglichkeit Transparenzen einzustellen. Leider kann dies nicht selten zu falsch ausgegebenen Dateien führen.

Wenn Sie Druckdaten nur ab und zu erstellen, wird dieses Format für Sie wenig geeignet sein. Eine Vielzahl möglicher Fehlerquellen, wie zugelassene Transparenzen, ICC-Profile, schlampiges Farbmanagement samt Unerfahrenheit in der Druckvorstufe verursachen unerwünschte Druckresultate. Benutzen Sie dabei Sonderfarben oder kontraproduktive Überdruckeinstellungen, sind zahlreiche Mängel fast sicher.

Ausblick

Da Desktop-Publishing-(DTP)-Software sich immer weiter entwickelt, können wir mit Sicherheit noch neue pdf-Produkte erwarten. Ihre praktische Anwendbarkeit liegt jedoch noch in weiter Ferne. So war z. B.  als pdf/X-4 eingeführt wurde, das X-3-Format noch nicht überall anwendbar.

Wie schon mehrmals angemerkt wurde, werden unsere weiteren Artikel die korrekte Erstellung und Prüfung von pdf/X-Dateien behandeln und einige Schwierigkeiten mit ihrer Verwendung besonders hervorheben.

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